StudienzugangZugangs-Check

Studieren ohne Abitur mit Meister

In allen 16 Bundesländern ist die Meisterprüfung dem Hochschulzugang gleichgestellt, in der Regel für alle Fächer. Unterschiede gibt es bei Beratungspflicht, Quoten und Zusatzverfahren.

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Kurz erklärt: Wer die Meisterprüfung im Handwerk oder eine gleichgestellte Aufstiegsfortbildung bestanden hat, erhält nach dem Beschluss der Kultusministerkonferenz von 2009 die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung. Du brauchst keine Prüfung und keine zusätzliche Berufserfahrung. In einigen Ländern ist vor der Bewerbung ein Beratungsgespräch vorgeschrieben.

Auf dieser Seite
  1. Zugang mit Meister je Bundesland
  2. Was als gleichgestellter Abschluss zählt
  3. Beratungsgespräch
  4. Gilt der Meister für jedes Fach?
  5. Typischer Ablauf
  6. Häufige Fragen

Zugang mit Meister je Bundesland

BundeslandZugang mit Meister
Baden-WürttembergAllgemeiner Hochschulzugang, mit Nachweis eines Beratungsgesprächs
BayernAllgemeiner Zugang, alle Fächer; Beratungsgespräch Pflicht
BerlinAllgemeine Hochschulzugangsberechtigung, jedes Fach
BrandenburgZugang ohne Fachbindung im Gesetz
BremenGleichstellung mit der allgemeinen Hochschulreife (laut Senat)
HamburgAllgemeiner Zugang, nicht auf Fächer beschränkt; Nachweis einer Studienfachberatung
HessenAllgemeiner Hochschulzugang
Mecklenburg-VorpommernAllgemeine Hochschulreife, ohne Fachbindung
NiedersachsenZugang in jeder Fachrichtung
Nordrhein-WestfalenJedes Fach ohne Prüfung; Medizin und Pharmazie nach den normalen Zulassungskriterien
Rheinland-PfalzUnmittelbarer Zugang, ohne Fachbindung, unabhängig von der Note
SaarlandAllgemeiner Zugang, alle Fächer
SachsenAlle Fächer nach einem Beratungsgespräch
Sachsen-AnhaltGleichstellung mit der allgemeinen Hochschulreife, alle Studiengänge
Schleswig-HolsteinAllgemeiner Zugang, alle Fächer
ThüringenDirekter Zugang zu allen grundständigen Studiengängen

Was als gleichgestellter Abschluss zählt

Der KMK-Beschluss nennt fünf Gruppen, die die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung erhalten:

Die Länder dürfen den Katalog erweitern. Wie deine Fortbildung eingeordnet wird, steht auf der Seite deines Bundeslands. Für Fachwirte und Techniker gibt es eine eigene Übersicht: Studieren mit Fachwirt oder Techniker.

Brauche ich ein Beratungsgespräch?

Ob und in welcher Form eine Beratung nötig ist, regeln die Länder unterschiedlich. In Bayern ist das Beratungsgespräch an der Hochschule Pflicht, andere bayerische Hochschulen erkennen es an. In Sachsen ist es Voraussetzung für den Zugang. In Baden-Württemberg musst du einen Nachweis über ein Beratungsgespräch vorlegen, in Hamburg einen Nachweis über eine Studienfachberatung für die Online-Bewerbung. Die Nordrhein-Westfälische Regelung sieht vor, dass Bewerberinnen und Bewerber an einem Beratungsgespräch teilnehmen sollen.

Auch wo keine Beratung vorgeschrieben ist, hilft sie dir: Sie klärt, ob deine Fortbildung anerkannt wird, welche Bewerbungsfristen gelten und ob dein Wunschstudiengang zulassungsbeschränkt ist. Wer in deinem Land berät, zeigt die Übersicht der Beratungsstellen, die nötigen Papiere nennt die Unterlagen-Checkliste.

Gilt der Meister für jedes Fach?

Die Zugangsberechtigung gilt für jedes Fach, einen Studienplatz garantiert sie nicht. In zulassungsfreien Studiengängen schreibst du dich nach dem Nachweis direkt ein, zum Beispiel an der Universität Bremen. In zulassungsbeschränkten Fächern gilt das Auswahlverfahren der Hochschule, in einigen Ländern mit Vorabquote für beruflich Qualifizierte. Wie das aussehen kann, zeigen zwei Beispiele:

Mehr zu den Hürden einzelner Fächer: Studiengänge ohne Abitur.

Typischer Ablauf mit Meister

  1. Abschluss einordnen. Prüfe, ob dein Abschluss zu den anerkannten gehört: Prüfungsregelung nach Berufsbildungsgesetz oder Handwerksordnung und mindestens 400 Unterrichtsstunden im Lehrgang.
  2. Beratungsgespräch. Dort, wo es verlangt wird, vereinbarst du den Termin vor der Bewerbung und lässt dir die Teilnahme bescheinigen.
  3. Bewerbung. Du bewirbst dich bei der Wunschhochschule und lädst Meisterbrief und Prüfungszeugnis hoch, bei zentral vergebenen Fächern über hochschulstart.de.
  4. Einschreibung. Nach der Zulassung schreibst du dich ein. Der Ablauf der Bewerbung steht Schritt für Schritt auf einer eigenen Seite.

Wie sich das Verfahren zwischen Hochschulen unterscheidet, zeigt das Beispiel Studieren ohne Abitur in München. Was sich aus dem Berufsleben auf das Studium anrechnen lässt, steht unter Berufserfahrung anrechnen.

Häufige Fragen: Studieren mit Meister

Kann ich mit Meister jedes Fach studieren?

In den meisten Ländern gilt der Meister als allgemeine Hochschulreife und öffnet alle Fächer. Bei zulassungsbeschränkten Studiengängen greift zusätzlich das normale Zulassungsverfahren der Hochschule. Nordrhein-Westfalen nennt das ausdrücklich für Medizin und Pharmazie.

Zählt auch der Industriemeister?

In der Regel ja. Fortbildungsabschlüsse mit geregelter Prüfung nach Berufsbildungsgesetz oder Handwerksordnung gelten, wenn der Lehrgang mindestens 400 Stunden umfasst. Das Saarland nennt Industriemeister und Bankfachwirt als Beispiele.

Brauche ich nach dem Meister ein Beratungsgespräch?

Das hängt vom Land ab. In Bayern ist das Beratungsgespräch an der Hochschule Pflicht, in Sachsen Voraussetzung für den Zugang, in Baden-Württemberg ist ein Nachweis über ein Beratungsgespräch nötig, in Hamburg der Nachweis einer Studienfachberatung für die Online-Bewerbung.

Brauche ich nach dem Meister zusätzliche Berufserfahrung?

Nein. Die Landesregeln knüpfen den Zugang mit Meister an die bestandene Prüfung, nicht an weitere Berufsjahre. Mindestpraxis verlangen die Länder nur auf dem Weg über die Berufsausbildung.

Spielt die Meisternote beim Studium eine Rolle?

Ja, in zulassungsbeschränkten Fächern. Hamburg verlangt für das Rangverfahren eine Durchschnittsnote in Dezimalform im Prüfungszeugnis, ohne sie wirst du hinter Bewerbenden mit Note eingeordnet. Fehlt die Note, kannst du eine Ergebnismitteilung der Kammer nachreichen.

Kann ich mit Meister ein Fernstudium beginnen?

Ja. Die FernUniversität in Hagen etwa öffnet mit Meister, Techniker, Betriebswirt oder IHK-Fachwirt alle Bachelorstudiengänge, auch das Studium der Rechtswissenschaft bis zur Ersten Juristischen Prüfung. Es gibt dort keinen Numerus clausus. Fernstudium ohne Abitur

Quellen

Was gilt in deinem Fall?

Der Zugangs-Check zeigt in wenigen Schritten, welcher Weg in deinem Bundesland für dich gilt.

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